Gartenstauden

4. Schritt: Pflanzen in eine Ordnung bringen

Wenn Du die vorherigen Schritte durchlaufen hast, dann hast Du jetzt eine Liste von Pflanzen vorliegen, die zum Standort des Beetes passen (Licht, Boden ect.) und auch Deinen Wünschen bezüglich einem bestimmten Thema entsprechen.

Nun geht es darum, aus diesen Pflanzen die auszuwählen, die auch bestimmten optischen Wünschen entsprechen – also Blütenfarbe, Blattfarbe oder Struktur.
Du kannst entscheiden, welche immergrünen Stauden Du integrieren möchtest und auch mit Farnen und Gräsern dafür sorgen, dass das Beet über das ganze Jahr gut aussieht.

Wenn Du dann die Feinauswahl getroffen hast, müssen die Pflanzen noch optisch und nach weiteren Eigenschaften geordnet werden.

Zwiebelpflanzen im Staudengarten

Jeder kennt Tulpen und Osterglocken, aber das Feld der Zwiebelpflanzen ist natürlich viel größer und wie bei den Gräsern gibt es für jeden Lebensraum geeignete Kandidaten. Grundsätzlich kann man sagen: Keine Stauden-Pflanzung ohne Zwiebelgewächse, sie sind einfach das I-Tüpfelchen - auch und gerade im Naturgarten.

Außerhalb des Beets machen sich meistens die Wildarten besonders gut, während auf dem Beet häufig Hybriden zum Einsatz kommen, deren Bedürfnisse bezüglich Nährstoffen und offenem Boden nur dort erfüllt werden können.

Bekannt sind vor allem die Frühlingsblüher, aber es gibt auch viele Herbstblüher, so dass man mit Zwiebelpflanzen vom Vorfrühling bis in den Spätherbst hinein bunte Akzente setzen kann.

Die zarten Wildzwiebeln, wie Schneeglöckchen, Winterlinge oder Wildkrokusse möchten gerne außerhalb des Beetes in stabile Pflanzungen kommen, wo nicht jedes Jahr Bodenbearbeitung statt findet.

Im Gehölz oder am Gehölz-Rand fühlen sich Märzenbecher sehr wohl, die gerne in kleineren und größeren Trupps gesetzt werden und sich dann auch bereitwillig vermehren.
Am gleichen Standort kommen später die Lilien in ihren Wildformen dazu. Diese stehen eher einzeln und sind recht kostbar. Deshalb sollten sie vor einem ruhigen Hintergrund richtig zur Geltung kommen.
Später wachsen hier Herbstzeitlosen und Herbst-Krokusse.
Aus den Gehölzen heraus breiten sich manche Sorten auch bereitwillig in den Rasen aus.

Auf Beeten stehen die Tulpen gerne zusammen mit Edelrosen. Dazu gesellen sich Hyazinthen und Osterglocken.
Dem Bauerngarten zuzuordnen sind viele Lilien und auch die schöne Kaiserkrone in verschiedenen Arten, die schon sehr bald etwas her macht.

Im Steingarten wählen wir Wildzwiebelchen in kleinen Tuffs, wie z.B. Wildnarzissen und an den schattigeren Stellen die Alpenveilchen.
Aus dem Arten-Spektrum des Wild-Lauchs (Allium) gibt es eine riesige Auswahl, die sich im Steingarten wohl fühl. Der bekannteste Vertreter - Bärlauch - ist allerdings eher im Gehölz(-Rand) zu Hause.

Überschneidungen gibt es zum Lebensraum Freiflächen, wo ebenfalls die Wild-Zwiebelblumen passen. Sie mögen keinen nährstoffreichen Boden und sind teilweise Liebhaber-Stauden, deren Bedürfnisse genau beachtet werden müssen. Es gibt aber auch viele robuste Arten.

Am Wasser kann man je nach Feuchtigkeit die Märzenbecher, Schachbrettblume oder die herrlichen Sumpf-Gladiolen ansiedeln.

Die meisten Wild-Zwiebeln, aber auch einige Beet-Formen sind bei den Insekten sehr beliebt und sie passen natürlich hervorragend in jeden Naturgarten.

Bekanntlich müssen Zwiebelpflanzen ihre Kraft aus den Blättern zurück in die Zwiebeln ziehen. Deshalb soll man die Blätter nicht entfernen und den Rasen erst mähen, wenn sie sich zurück gezogen haben. Nur so kann man die Frühlings-Pracht auch im nächsten Jahr genießen.
Im Beet setzt man sie nicht ganz nach vorne, weil die Blätter nach der Blüte meistens nicht mehr schön aussehen und besser von anderen Stauden verdeckt werden sollten.

Tabellenübersicht Zwiebepflanzen im Staudengarten
Detailansicht Zwiebepflanzen im Staudengarten

Gräser im Staudengarten

Ich habe es in der letzten Folge schon erwähnt, Gräser passen gut zu Farnen und mit beiden kann man Stauden-Pflanzungen wunderbar auflockern.

Auch nicht immergrüne Arten sehen über Winter hübsch aus und zudem bieten viele Halme den Insekten ein Winter-Quartier.
Deshalb ist es auch angebracht, die vertrockneten Halme erst im Frühling zu schneiden.
Bei manchen Arten diesen sie auch als Winterschutz.

Zu jede, Lebensraum der Stauden, den ich Euch vorgestellt habe, gibt es auch die passenden Gräser.
Z.B. Heimische Waldgräser, die man wegen ihrem Ausbreitungs-Drang etwas im Auge behalten muss.
Kleinere Arten harmonieren auch hübsch mit Farnen.
Wie immer bitte genau darauf achten, dass die Bedürfnisse der Pflanze zum Standort passen. Also in Bezug auf Trockenheit oder sauren / kalkhaltigen Boden.
Nur bei extrem wüchsigen bis wuchernden Arten darf man auch mal etwas forsch sein und sie außerhalb des Optimums pflanzen, dann werden sie weniger aufdringlich.

Besonders hübsch sind die Wald-Seggen mit verschiedenen Samenständen, wie z.B. Die Finger-Segge, die sich auch für trockene Standorte eignet.

Bei den Gräsern für den Gehölzrand wird die Auswahl dann riesig, weil sie teilweise auch Sonne vertragen.
Dazu gehören auch die Bamubs-Arten, auf die ich hier nicht näher eingehe, da sie schon fast eine Pflanzen-Klasse für sich sind.

Bei den Gräsern für Freiflächen gibt es auch hübsche fremdländische Arten, die für das Garten-Thema Prärie-Garten passen.
Darunter auch einige wirklich hohe Arten, die sich als Solitär-Stauden eignen, auch weil sie bis in den Winter hinein dominant bleiben.
Diese Gräser liefern übrigens auch wertvolles Mulchmaterial zur Beetabdeckung im Gemüsegarten (Miscanthus).

Für Lebensraum Beet sind besonders einige hübsche Arten für den Bauerngarten interessant. Viele davon sind heimisch. Manche haben weißbuntes Laub, manche sind auch immergrün.
Phalaris wurde viel in Sträußen und in Bauerngärten verwendet.

Auch für den Teich-Rand und sumpfige Zonen sind Gräser als Gestaltungselement unverzichtbar. Wer kennt nicht Schilf in seinen verschiedenen Formen.
Allerdings muss man hier wirklich Acht geben, dass es nicht alles andere verdrängt.

Für den Steingarten gibt es eine reihe von hübschen filigranen Gräsern. Hier gilt wieder ganz wichtig: Das Gras muss zum verwendeten Stein passen, also zwischen Kalkgestein und z.B. Buntsandstein unterscheiden und entsprechende Gräser wählen, die Trockenheit und mageren Boden vertragen, wo dieser auf Mauern gegeben ist.

Die meisten Gräser sind sehr pflegeleicht, immergrüne Gräser werden gar nicht geschnitten, nur etwas ausgezupft, falls überhaupt.
Manche Host artig wachsende Gräser freuen sich über eine Verjüngungskur durch Teilung. Ausläufer bildende Gräser müssen u.U. Immer mal wieder in ihre Grenzen verwiesen werden.

Bei der Auswahl spielen natürlich auch optische Faktoren eine Rolle. Informiert Euch also darüber, wie das Gras sich im Jahresverlauf entwickelt.
Ist es immergrün, wie sehen die Blütenstände aus? Ist das Blatt zweifarbig oder verfärbt es sich im Jahresverlauf? Stehen die Halme eher straff aufrecht und trotzen damit auch einer Schneeauflage oder wachsen sie eher breit? Wie hoch werden sie maximal?

Alle Angaben dazu findet Ihr in der Datenbank mit 173 Arten, wo Ihr dann weiter selektieren könnt.

Tabellenübersicht Gräser im Staudengarten
Detailansicht Gräser im Staudengarten

Farne im Garten

Bevor wir uns dann endlich an die eigentliche Planung auf dem Papier machen, schauen wir uns noch ein paar spezielle Stauden-Gruppen an, die Farne, Gräser und Zwiebelgewächse, ohne die kein Staudengarten komplett wäre.

Obwohl man Farne meistens mit Gehölzen und Schatten in Verbindung bringt, gibt es auch Arten, die mit viel Licht auskommen und sogar in den trockenen Ritzen von Mauern wachsen.

Viele heimische Farne sind besonders für den Naturgarten geeignet. Wir wollen auch nicht verschweigen, dass sie zum Teil etwas aufdringlich werden können.
Die Kultursorten sind da meistens deutlich gezähmter im Verhalten.

Am Besten kommen sie zur Geltung, wenn sie nicht von mächtigen Solitärstauden, sondern unaufdringlicheren und dennoch hübschen Partnern begleitet werden. Das können Buschwindröschen oder Sauerklee und viele andere sein.

Die Arten für den Lebensraum Gehölz sind zwingend an humose Böden gebunden, weshalb man keinesfalls das Laub entfernen darf.

Anders sieht es bei den Arten für Steingärten aus, die auch für kleine Ritzen mit wenig Erde geeignet sind.
Darunter sind seltene Liebhaber-Farne, die keinesfalls aus der Natur entnommen werden sollten, wo sie geschützt sind.
Der Milzfarn ist ein ganz hübscher kleiner Mauerfarn, der auch mit Sonne klar kommt.

Andere Arten benötigen feuchte Steinanlagen, wie sie in der Nähe von Teichanlagen vorkommen.

Also schaut einfach die Liste mit 40 Farnen in unserer Datenbank durch und achtet auf die speziellen Bedürfnisse, die im Steckbrief beschrieben sind.
Dann sind Farne äußerst dankbar und die immergrünen Arten wirken auch im Winter mit ihren hübschen Blatt-Strukturen.

In der nächsten Folge schauen wir uns die Gräser an, von denen einige hervorragend mit Farnen harmonieren.

Tabellenübersicht Farne im Staudengarten
Detailansicht Farne im Staudengarten

Immergrüne Stauden

Wenn man sich Gedanken über die Bepflanzung im Jahresablauf macht, kommt natürlich der Wunsch auf, solche Stauden zu bevorzugen, die auch im Winter gut aussehen und Struktur ins Beet bringen.
Das kann durch Halbsträucher mit hübscher Verästelung, Halme von Gräsern oder eben durch immergrüne Blätter passieren.

Viele der genannten Pflanzen sind nicht in jedem Fall immergrün, sondern werfen ihr Laub ab, aber eben erst kurz vor dem neuen Austrieb.
Diese nennt man wintergrüne Stauden. Andere werfen ihr Laub in härteren Wintern.

Immergrüne Stauden finden wir vor allem in großer Zahl für die Lebensbereiche Gehölze und Gehölzrand und sie brauchen etwas Schutz vor der Wintersonne bei Frost, weil sie sonst Wasser verdunsten, ohne dass aus dem Boden Wasser in die Pflanzen kommen kann.
Notfalls tut es auch eine leichte Abdeckung mit Fichtenzweigen, aber natürlich nicht so dicht, dass gar kein Licht mehr an die Blätter kommt, denn sie betreiben ja weiter Photosynthese.

Immergrünen Stauden werden gerne als Bodendecker eingesetzt, weil die robusten Sorten ausgesprochen pflegeleicht sind.
Man muss allerdings genau darauf achten, dass der Standort bezüglich Licht, Bodenfeuchte und pH-Wert zusagt, weil sie nur dann richtig wüchsig sind und so dicht wachsen, dass unerwünschte Beikräuter wenig Chance haben.

Und man sollte es auch nicht übertreiben mit den immergrünen Bodendeckern, weil die Fläche sonst schnell eintönig aussieht.

Eintönigkeit vermeidet man mit immergrünen Farnen und Gräsern.
Manche, wie z.B. Sorten der Elfenblumen (Epimedium) färben ihr Laub leicht rötlich und bilden so einen Kontrast.
Und natürlich kann man mit unterschiedlichen Blattformen interessante Effekte erzeugen.

Es gibt auch sehr hübsche Pflanzen mit silbrigem Laub für den Lebensbereich Steingarten und Kiesflächen, die das ganze Jahr nett aussehen.
Bei diesen Pflanzen sind die silbrigen Haare Verdunstungsschutz gegen die (Winter-)Sonne.

Immergrüne Stauden sollten nicht zu spät im Jahr gepflanzt werden, damit sie sich noch vor dem Frost bewurzeln können.
Container-Pflanzen kann man bis zum Spätsommer pflanzen. Kleine Töpfchen besser im Frühjahr.

Übrigens kann man mit immergrünen Stauden auch etwas für die Schmetterlinge tun: in unserer Datenbank gibt es 288 immergrüne Stauden, die auch als Rapenfutter dienen, das ja bekanntlich mindestens so wichtig ist, wie die Anpflanzung von Nektar spendenden Stauden.

Tabellenübersicht immergrüne Stauden
Detailansicht immergrüne Stauden

Stauden, die sich stark ausbreiten

Jeder kennt Pflanzen, die sich im eigenen Garten sehr stark ausbreiten. Ich rede hier nicht von unerwünschten Beikräutern (auch Unkraut genannt), sondern von Pflanzen, die man sich selbst in den Garten geholt hat und den Tag verflucht, wo man dies getan hat.

Und wenn man sich lange genug mit der Materie beschäftigt, wird man feststellen, dass Gartenfreunde, die auf anderem Boden gärtnern, diese Pflanzen ganz harmlos finden, aber dafür andere Stauden nicht in den Griff bekommen.

Der Fachbegriff für dieses Phänomen heißt Zeigerpflanzen.
Wenn eine Pflanze also in Deinem Garten besonders ausbreitungsfreudig ist, dann überlege als Erstes, was Dir das sagen will.
Zeigt sie Stickstoff an? Dann vielleicht etwas weniger düngen...
Oder Staunässe? Dann entweder für besseren Abfluss sorgen, oder wo das nicht möglich ist, einfach Stauden dazu gesellen, die das auch mögen.

Im Gemüsegarten ist es gerechtfertigt, den Boden bis zu einem Optimum zu verbessern, das den meisten Gemüsepflanzen zusagt.
Im Stauden-Garten würde das zu einem ständigen Kampfzustand führen.
Unser Ziel ist aber doch eine friedliche Koexistenz. Zumindest, wenn wir zu den Menschen gehören, die nicht so viel Zeit haben, ständig regulierend einzugreifen.

Wenn Du also eine Staude hast, die sich über das gewünschte Maß hinaus ausbreitet, dann mache Dir als erstes Gedanken, warum das so ist und als zweites, welche andere Stauden Du als Gesellschaft pflanzen kannst, die diesen Standort ebenso schätzt und sich durchsetzen kann.
Es macht wenig Sinn, in eine solche Kombination wertvolle Liebhaber-Stauden zu setzen, die so spezielle Bedürfnisse haben, dass sie an diesem Standort nicht durchsetzungsfähig sind.

In unserer Datenbank hast Du zwei Werkzeuge für dieses Thema: Einmal die Suche nach Pflanzen, die wuchern (z.B. Durch Wurzelausläufer).
Und zum anderen Pflanzen, die sich stark versamen.

Beide Eigenschaften können erwünscht sein: Mit Pflanzen, die schnell Ausläufer bilden, kann man große Flächen kostengünstig und ohne viel Arbeitsaufwand begrünen.
Man solle aber versuchen, mehrere dieser Kandidaten zu kombinieren, damit es nicht zu eintönig wirkt. Dazu kann man kleine robuste Sträucher gesellen, die sich ganz sicher nicht unterkriegen lassen.

Pflanzen, die sich bereitwillig versamen, sind Gärtners Überraschungsei.
Erstaunlich, wo sie überall auftauchen und welche breite Toleranz bezüglich Licht sie häufig haben.
Solche Pflanzen können wunderbare Bilder zeichnen, aber sie sind nichts für Kontroll-Freaks, die die Krise kriegen, weil eine Akelei in unpassender Farbe zwischen farblich abgestimmten Beetstauden auftaucht.

Wichtig ist, dass Du solche Pflanzen kennst und dass Du bereit bist, Dich entweder per Zufallsprinzip erfreuen zu lassen, oder manchmal regelnd eingreifst.

Und bedenke, dass man sich nicht immer Freunde macht, wenn man Ableger oder Samen solcher Pflanzen ohne entsprechenden Warnhinweis verschenkt.

Giftige Stauden - Ja oder Nein?

An giftigen Pflanzen trennen sich die Geister.
In zahlreichen Diskussionen in den Gartengruppen wird – teils erbittert – darüber gestritten, ob man giftige Pflanzen im Garten verwenden darf, wenn man kleine Kinder oder Tiere hat.

Ich persönlich meine, man kann das durchaus tun.
Schließlich sind wir auf dem Dorf auch nicht ständig überwacht worden, sondern durften ab drei Jahren alleine mit unseren Spiel-Kumpels durch Wald und Feld streifen.

Allerdings muss man das differenziert sehen: Als Eltern sollte man wissen, was man tut und gewisse Pflanzenkenntnisse haben, um die Kinder immer wieder aufklären zu können.
Wir wussten, dass wir pauschal NIE eine Pflanze oder Frucht essen dürfen, die unsere Eltern nicht ausdrücklich erlaubt hatten.

Wer kleine Kinder hat, sollte solche Pflanzen aus dem Garten verbannen, die schon in geringer Menge - oder gar nur bei Berührung - stark giftig sind.
Unter den Stauden wäre das z.B. der Eisenhut (Aconitum napellus u.a.).

In unserer Datenbank kannst Du nach giftigen Pflanzen selektieren.
Auch wenn wir sehr gründlich recherchiert haben: Eine Garantie können wir nicht geben.
Bitte informiere Dich also auch noch nach aus anderen Quellen, wenn Du sicher bist, dass ein Pflanze ungiftig ist, die wir nicht als giftig gekennzeichnet haben.

Viele Pflanzen, wie z.B. Die Zaunrübe (Bryonia) sind für machen Menschen – wie z.B. Für mich – bei Hautkontakt außerordentlich unangenehm. Andere Menschen haben gar kein Problem damit.

Oft wird Marmelade aus Schwarzem Nachtschatten empfohlen. Manche Menschen vertragen ihn offensichtlich problemlos, andere reagieren mit starker Übelkeit.

Bitte beachte auch, dass es viele Pflanzen gibt, die für Menschen verträglich, aber für Tiere giftig sind.
So haben ich z.B. Erst vor Kurzem gelernt, dass die Stevia-Pflanze, die als Zuckerersatz immer beliebter wird – für Hunde und Katzen stark giftig ist.
Und das gilt natürlich auch umgekehrt. Nur weil Amseln die Früchte von Eiben vertilgen, muss das nicht gesund sein. Vor allem nicht, wenn man die Kerne zerkauft.

Um Details über den Grad der Giftigkeit zu erfahren, kannst Du den botanischen Namen der Pflanze + Giftzentrale in die Suchmaschine eingeben.
Dort erfährst Du etwas über die Häufigkeit und Stärke von Vergiftungen.

So kritisch man das Thema betrachten muss: Viele giftige Pflanzen sind wunderschön und bei verantwortungsvollem Umgang damit spricht nichts gegen eine Verwendung im Garten.

Duftpflanzen einordnen

Die Liste der ausgewählten Pflanzen kann man nun noch nach besonderen Eigenschaften sortieren und damit Schwerpunkte setzen.
Heute schauen wir uns die Stauden für den Duftgarten an.

Natürlich könntest Du auch ein ganzes Beet nur mit Duftpflanzen gestalten.
Sinnvoller ist es aber, der Nase nicht zu viel zuzumuten, weil ja manche Stauden wirklich intensive Gerüche verbreiten und die sich dann vermischen.

Angenehmer ist es, wenn man nur hier und da eine solche Duftpflanze integriert, aber darauf achtet, dass im Jahresverlauf immer ein paar davon blühen.

Ideal ist für Duftpflanzen ein sonniger und windstiller Platz, wo sich der Duft so richtig entfalten kann.

Natürlich ist es besonders schön, diese Pflanzen in der Nähe der Terrasse zu haben. In der Regel sind sie nicht so aufdringlich, dass es unangenehm wird. Hier eignen sich auch besonders aromatisch duftende Küchenkräuter, die man dann schnell ernten kann, ohne Schuhe anziehen zu müssen.

Denkt dran, dass manche ätherische Öle auch im Blatt sind. Thymian z.B. eignet sich auch dazu, Weg-Fugen zu begrünen. Jeder Tritt setzt dann Düfte frei.

Duft-Stauden lassen sich natürlich hervorragend mit duftenden Rosen kombinieren und im Spätwinter / zeitigen Frühjahr kann der Winterschneelball mit Hyazinthen um die Wette duften.

In unserer Datenbank findest Du aktuell 633 duftende Stauden und 426 duftende Gehölze.
Da ist für jede Gartensituation und Jahreszeit das Passende dabei und in vielen Fällen lassen sich damit auch Bienen, Schmetterlinge und Nachfalter anziehen.

Stichwort Nachtfalter: Manche Pflanzen wie Nachtkerze oder Nachviole verströmen ihren Geruch erst in der Abenddämmerung oder Nacht. Dazu gesellen sich dann gut ebensolche Einjährige, wie die Levkoje.

Mengenbedarf berücksichtigen

Anfänger machen häufig den Fehler, zu dicht zu pflanzen.
Das kostet nicht nur viel Geld, sondern tut den Pflanzen auf Dauer nicht gut.

Deshalb haben wir bei den meisten Stauden in unserer Datenbank angegeben, wie viele Pflanzen pro Quadratmeter benötigt werden, um innerhalb eines gewissen Zeitrahmens eine geschlossene Bepflanzung zu bekommen, in der unerwünschte Pflanzen wenig Chancen haben.

Wo der Wert nicht dabei steht, kann man ihn mit Hilfe der Höhenangaben ungefähr ableiten.

Ungeduldige Gemüter pflanzen etwas dichter. Wer sparen möchte, pflanzt weniger und versucht die Stauden selbst durch Ableger zu vermehren.

Stauden nach Geselligkeit ordnen

Wie in der letzten Folge über "Ordnen nach Höhe" schon angedeutet, gibt es noch wichtigere Merkmale, als die reine Höhe der Staude während der Blüte.
Man teilt die Stauden in einer Rangfolge in Leitstaude, Begleitstaude und Füllstauden ein.

Damit einher geht auch die Einteilung nach der Gruppierung (Geselligkeit), wobei man Stauden für Einzelstand (Solitär-Stauden), Pflanzung in kleinen Trupps und Stauden für flächige Bepflanzung unterscheidet.
Die Angabe über Gruppierung findest Du bei den Pflanzen-Steckbriefen in unserer Datenbank und Du kannst sie praktisch gleichsetzen mit der Einteilung nach Rangfolge.

Bei Verwendungszweck kannst Du auch nach Solitär-Pflanze (=Leitstaude) oder Bodendecker (=Füllstaude) suchen.

Wenn Du die Bepflanzung Deines Beets auf dem Papier planst – und genauso später beim Pflanzen – fängst Du mit den Leitstauden an und platzierst diese in einem harmonischen Rhythmus auf der Fläche.
Dann gesellst Du die Begleitstauden in kleinen Trupps von 5-10 Pflanzen dazu.
Und zuletzt werden die Füllpflanzen platziert.

Nicht immer ist es einfach, schöne Solitär-Stauden zu finden, die sich am Standort als Leitstaude eignen.
In dem Fall kannst Du auch einen kleinen Strauch verwenden, um eine gelungene Höhenstruktur aufzubauen.
Der sollte dann bestimmte Eigenschaften haben, wie immergrünes Laub, schöne Herbstfärbung, auffällige Blüte oder einfach nur eine schöne kompakte oder interessante Wuchsform.

In den späteren Folgen zur Erstellung von Pflanzplänen reden wir dann drüber, wie Du diese Höhenstaffelung bereits auf dem Papier auf ihre Wirkung testen kannst.
Weil - wenn die Pflanzen mal im Boden sind, sollte man sie nicht mehr so oft umsetzen. Papier ist da geduldig.

Leitstauden, Begleitstauden und Füllstauden

Um ein optisch überzeugendes Ergebnis zu erhalten, ordnet man die Stauden, die man gemeinsam auf ein Beet pflanzen möchte, in einer Rangfolge ein:

Leitstauden

Solitär-Stauden als Leitstauden

Die Leitstauden bestimmen das Bild der Bepflanzung. Es handelt sich dabei um Pflanzen, die auf Grund Ihrer Größe, Blütenfarbe, oder Wuchsform besonders auffallen. Leitpflanzen werden in rhythmischer Folge (jeweils 1-5 Stück) auf der Pflanzfläche angeorndet.

>>Solitärstauden für den Einzelstand

Begleitstauden

Begleitstauden

können in harmonierender Blütenfarbe und Wuchshöhe in kleineren oder größeren Trupps den Leitstauden beigepflanzt werden. Begleitpflanzen finden Sie in den Tabellen der Datenbank unter Gruppierung "einzeln"

>>Stauden die sich als Begleitpflanzen eignen

Füllpflanzen

Füllpflanzen

Füllpflanzen werden auf die verbleibenden Flächen gepflanzt.
Diese Pflanzen finden Sie in den Tabellen der Datenbank unter Verwendungsmöglichkeiten "Bodendecker" oder unter Gruppierung "flächig".

>>Stauden die sich zum Füllen der übrigen Fläche eignen

Die Geselligkeit der Stauden

In der Natur wachsen Stauden in unterschiedlicher Geselligkeit. Das bedeutet, daß manche Pflanzen nur ganz vereinzelt vorkommen, andere in kleineren bis größeren Trupps der selben Art. Manche bedecken große Flächen. Dieses System sollte man im Garten übernehmen. Nicht nur aus optischen Gründen, sondern, weil die Pflanzungen dann auch leichter zu pflegen sind. Eine Pflanze, die von Natur aus dazu neigt, schnell größere Flächen zu besiedeln oder gar zu wuchern, macht viel Arbeit, wenn man versucht, sie in kleiner Stückzahl zu halten. Wir unterschieden drei Stufen der Gruppierung, wobei es einige Überschneidungen zum Thema Leitstauden, Begleitstauden und Füllstauden gibt:

kleine bis größere Trupps

Solitär-Stauden als Leitstauden

Begleitstauden

Oft handelt es sich dabei um Solitärpflanzen. Die auffälligen und höheren Pflanzen dieser Gruppe eignen sich als Leitpflanzen einer Bepflanzung. 1-3 Stück einer Art werden zusammengepflanzt.

3-20 Stück einer Art werden zusammengepflanzt.

>>Stauden für Bepflanzung in kleinsten Trupps

flächige Bepflanzungen

Füllpflanzen

mit Pflanzen, die meist auch als Bodendecker geeignet sind. In dieser Flächigen Bepflanzungen können selbstverständlich auch Pflanzen anderer Arten vereinzelt eingestreut werden.

>>Stauden für flächige Bepflanzung

Höhe der Stauden beachten

In unserer Datenbank wird die Höhe der Pflanze im blühenden Zustand angegeben, einschließlich Blütenstand.
Die tatsächliche Höhe der Pflanzen kann je nach Nährstoffgehalt des Bodens stark variieren.

Wenn Du die Pflanzen aus den zusammengestellten Listen auf dem Beet platzieren möchtest, dann musst Du drei Dimensionen beachten.
1. Die Beetfläche
2. Die Höhe der Stauden
3. Die Entwicklung der Pflanze im Jahresablauf

Schließlich durchlaufen die Stauden vom ersten Austrieb im Frühling bis zur Blüte alle Höhenstufen.
Ausnahme davon sind immergrüne Halbsträucher, wie z.B. Lavendel, oder auch Gräser, die auch im Winter eine Höhenstaffelung auf dem Beet erzeugen.

Manche Stauden haben auch nach der Blüte hübsche Blätter oder liefern nach Schnitt eine zweite Blüte.
Andere sind absolute Dauerblüher. Diese können im vorderen Beet Platz finden, also direkt hinter den Einfassungspflanzen, die wir uns schon bei den Garten-Themen angesehen haben.

Andere Stauden haben nach der Blüte unansehnliche Blätter, die man aber nicht zurück schneiden darf, weil die Kraft in die Knollen oder Zwiebeln ziehen muss. Diese Pflanzen setzen wir weiter hinten auf's Beet.

Du siehst also, dass man heute nicht mehr einfach nach Höhe staffelt – vorne niedrig, hinten im Beet hoch – sondern nach anderen Kriterien mit der Höhe gestaltet.

Rhythmus ist dabei das Stichwort, man kann Wellenförmig pflanzen oder höhere Pflanzen rhythmisch auf dem Beet verteilen und drum herum abgestufte Höhen pflanzen.

Du tust Dir leichter, wenn Du einfach alle Pflanzen in drei Höhenstufen einteilst: 
Niedrige Pflanzen: -40 cm
Mittelhohe Pflanzen: 40-80cm 
Hohe Pflanzen: über 80 cm

Wichtiger ist allerdings noch die Einteilung nach Leitstauden, Begleitstauden und Füllstauden.
Dabei wird nicht nur die blanke Höhe, sondern auch weitere Eigenschaften berücksichtigt, die eine Solitär-Staude (Leitstaude) oder einen Bodendecker (Füllpflanze) ausmachen.
Damit beschäftigen wir uns in einer der nächsten Folgen.

In unserer Datenbank kannst Du nach Höhenangaben (von / bis) suchen und die Tabellen dann auch noch nach Höhe sortieren.

 

>>extrem kleine Stauden (max. 10cm Höhe)
>>extrem hohe Stauden (min. 150cm Höhe)

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